Kaninchen

Vom Hauskaninchen zum geliebten Zwergkaninchen
Das Hauskaninchen ist die domestizierte Form des europäischen Wildkaninchens.
Dank der schnellen Fortpflanzung hat sich das Wildkaninchen rasch
über Süd- und Mitteleuropa verbreitet.
Bereits im Mittelalter als Fleisch- und Pelzlieferant geschätzt, fand es nach
und nach den Weg zum "Heimtier".
Damals waren es hauptsächlich Klöster und Fürstentümer, die das
Kaninchen auf ihrer Tafel schätzten.
Die großen Kaninchenrassen (ab 5 kg) wurden deshalb als
Fleischlieferanten heran gezüchtet. Aus ihnen entwickelten sich später
die mittleren und kleinen Rassen.
Heute denken wir bei dem Thema Kaninchen in erster Linie an unsere
liebevollen Gefährten, die mit ihrem sprunghaften Spielereien viel
Freude in unseren Alltag bringen. Egal ob in der Wohnung oder im
Garten - Kaninchen gehören in Deutschland zu den beliebtesten Haustieren.
Dabei sind es vor allem die Zwergkaninchen, die mit ihrer rundlichen Körpern,
den großen Zwergkaninchen-Knopfaugen und einem Gewicht von
1 bis 1,5kg den Weg in die Herzen von Kaninchenhaltern gefunden haben. Zwergkaninchen
ist nicht gleich Zwergkaninchen.
Es gibt Zwergkaninchen mit hängenden Ohren wie zum Beispiel Zwergwidder, Löwenwidder
und Teddyzwerge und Zwergkaninchen mit stehenden
Ohren wie zum Beispiel Löwenköpfchen (auch Löwenkopfkaninchen genannt)
und Angorakaninchen.
Aus der recht tristen Stallhaltung der als Nutztiere gehaltenen
Kaninchen ist inzwischen eine aufgeklärte artgerechte
Kaninchen-Haltung geworden. So weiß jeder Kaninchen-Halter,
dass unsere Farbenzwerge etc. sich nur mit Artgenossen wohl fühlen.
Noch nicht ganz aus den Köpfen der Menschen verschwunden ist der
Trugschluß, dass man Kaninchen und Meerschweinchen zusammen halten kann.
Beide Tierarten unterscheiden sich deutlich in Körpersprache und
Gewohnheiten und harmonieren eher nicht miteinander.
Die körperlich unterlegenen Meerschweinchen können sich selten gegen
die größeren Kaninchen - selbst wenn es Zwergkaninchen sind - behaupten.
Ein trauriges Kapitel haben wir aus der Nutztierhaltung und der Verbreitung
der Wildkaninchen leider mit in die Heimhaltung der Zwergkaninchen gebracht:
Myxomatose und die Chinaseuche RHD können von Wildkaninchen auf
Zwergkaninchen und Co übertragen werden, und führen fast immer zu einem fürchterlichen
Tod. Verantwortungsvolle Kaninchenhalter lassen Ihre
Kaninchen deshalb regelmäßig impfen - auch wenn der Tierarzt es nicht
unbedingt für notwenig erachtet. Schaden kann solch eine Impfung nicht,
egal wo Sie leben. Auch geimpfte Kaninchen können sich mit
Myxomatose infizieren, wobei der Krankheitsverlauf zwar weniger
schnell - aber leider immer noch lebensgefärlich für unsere
Zwergkaninchen ablaufen kann.
Die Vielfalt der Kaninchenrassen ist sehr beeindruckend,
denn sie haben mit ihrem Charme etliche Züchter in ihren Bann geschlagen.
Oftmals ist es die liebe auf den ersten Blick, die im Zoohandel auf ein
bestimmtes Zwergkaninchen fällt. Doch wer als Halter Wert darauf legt
ein klein bleibendes Kaninchen zu halten ist mit einem
Züchter oft besser beraten.
Neuhalter die es nicht so eilig haben sowie bereits erfahrene
Kaninchenhalter können und sollten sich in einem der zahlreichen
Kaninchenvereine und Internetseiten über die unterschiedlichen
Kaninchenrassen informieren und einen Kaninchenzüchter besuchen.
Haltern die den Fehler gemacht haben ihr Zwergkaninchen einzeln zu
halten (wie es im Zohandel zum Beispiel immer noch gerne weiter
gegeben wird, denn es ist definitiv nicht artgerecht) sind mit einem
Züchter oder einer Kaninchenhilfe gut bedient.
Die Begründung dafür liegt in der wertvollen langjährigen Erfahrung,
die diese Personenkreise gesammelt haben. Im besten Fall können
Sie Streß bei der Vergesellschaftung vermeiden, wenn Sie ihr
Zwergkaninchen gleich zu einem Symathiecheck mitnehmen.
Trauen Sie sich eine Vergesellschaftung nicht zu, übernehmen sowohl
Kaninchenzüchter als auch Kaninchenhilfen auf
Anfrage (für eine kleine Unterstützung) diesen schwierigen Teil.
Unser Tipp zu Ihrem Zwergkaninchen: Alle Kaninchen - egal ob
Zwergkaninchen oder eine größere Rasse sind Gruppentiere und dürfen
deshalb nicht ohne Artgenossen (und damit sind Kaninchen, nicht
Meerschweinchen gemeint) gehalten werden.
Sie können bei entsprechend guter Haltung ein Alter von 7 Jahren und
mehr erreichen. Das durchschnittliche Alter liegt bei etwa 10 Jahren.
Zwergkaninchen und das Alter
Das Alter eines Zwergkaninchens in der optimalen Heimtierhaltung liegt
etwa bei 7 bis 10 Jahren. Deshalb bringt die Kaninchenhaltung eine Menge Verantwortung
mit sich, gerade wenn es sich um eine
Anschaffung als erstes Haustier für Kinder handelt.
Zwergkaninchen erreichen dieses schöne Alter allerdings nur,
wenn sie vernünftig gehalten und ernährt werden.
Fühlen Kaninchen sich wohl, bleiben sie von Verhalten her jung und aktiv.
Alleine gehaltene Kaninchen in einem zu kleinen und tristen
Zoohandlungskäfig werden selten das Durchschnittsalter von etwa
10 Jahren erreichen. Um ein einzeln gehaltenes Zwergkaninchen glücklich
zu machen sollten Sie es deshalb auch in fortgeschrittenem Alter mit der
Unterstützung eines Experten vergesellschaften.
Viele ältere Kaninchen blühen förmlich auf, wenn sie einen
Artgenossen erhalten der charakterlich zu ihnen passt.
Da die Kaninchen-Haltung einer ständigen Entwicklung und neuen
Erkenntnissen unterliegt sollten Sie sich immer wieder über Ihre
Zwergkaninchen informieren und mit anderen Kaninchenhaltern in
Kontakt treten. Vor allem die wachsenden gesundheitlichen
Erkenntnisse im Bereich der Kaninchenkrankheiten kann dazu beitragen,
dass Sie lange Jahre Freude an Ihren Zwergkaninchen haben.
Und auch wenn Ihre Zwergkaninchen hoffentlich immer gesund bleiben
sollten Sie sich vorab nach einem kaninchenerfahrenen Tierarzt in
Ihrer Region informieren. Denn wenn es einmal notwendig ist,
muss es meistens schnell gehen. Viele Fachseiten bieten deshalb
Tierarztlisten für Kaninchen an, auf denen die Erfahrungen anderer
Halter gesammelt sind.
Da 10 Jahre eine sehr lange Zeit sind, sollten Sie sich bereits vor der
Anschaffung sorgfältig Gedanken über diese Zeitspanne machen und
sich gut überlegen, ob Sie bereit sind, solch eine große
Verantwortung zu übernehmen. Gerade wenn es sich um einen
Kinderwunsch handelt, wird es schwierig.
Denn Kinder können sich mit 8 Jahren noch nicht vorstellen,
dass ihr lieber "Moritz" noch immer da ist, wenn sie mit 18 Jahren
von
einer Disco zur nächsten fahren und mit ihren Freunden in ihrem
Jugendzimmer Feten feiern. Da kann es gut passieren, dass Ihr
Nachwuchs die lieben Tiere bei Ihnen "vergisst" und Sie sich weiter
um die Kaninchenhaltung kümmern müssen.
Es wäre schade, wenn Ihr lang geliebtes Haustier sich plötzlich in
fremden Händen wiederfinden müsste.
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