Hamster

Welt der Hamster
Bei den Hamstern ist es leider nicht ganz so einfach, eine Aussage zu machen,
die alle unter den Begriff Hamster fallende Rassen betrifft.
Grundsätzlich unterscheidet man in der Hamsterhaltung zwischen
Großhamstern - die allerdings nicht als Heimtiere gehalten werden,
Mittelhamstern, wie dem am häufigsten bekannten klassischen Goldhamster,
und Zwerghamstern wie Dsungaren, Campbells und Roborowskis.
Jede dieser Hamster Gruppen hat einen unterschiedlichen Lebensraum,
eine andere Lebenserwartung und auch ein anderes Verhalten dem
Menschen und seinen Artgenossen gegenüber.
Eine grobe Gemeinsamkeit sind ihre aktiven Phasen.
Gerade nachts werden die kleinen Kobolde munter.
Allerdings sind z.B. die Dsungaren auch tagsüber beim herum stöbern
im Becken zu beobachten.
Goldhamster und Zwerghamster gelten als Einzelgänger,
die sich nicht mit Artgenossen vertragen.
Kinder und Hamster
Die ungünstigen und kurzen aktiven Phasen sind maßgebliche Gründe,
warum Hamster nicht für kleinere Kinder geeignet sind.
Handelt es sich um ein etwas älteres Kind, müssen Sie je nach Einstellung
des Kindes abwägen. Aber ehrlich gesagt spricht eine Menge vernünftiger
Gründe gegen die Hamsterhaltung im Kinderzimmer. Die Ironie bei der Sache ist,
dass ausgerechnet der schnell bissige und nachtaktive
Goldhamster für die meisten Eltern das Einsteigertier Nummer eins in deutschen
Haushalten ist! Er braucht angeblich(!) wenig Platz, lebt nicht allzu
lange und ihn draußen laufen zu lassen erscheint kein großer Aufwand.
Nur: Der Hamster, der fühlt sich dabei ziemlich elend.
Tagsüber wird ihm das Bettzeug geklaut, er wird angestupst und aus dem Schlaf
gerissen, eventuell sogar zum Freilauf gezwungen.
Ein kleiner Vergleich: Wie wäre ihr Junior drauf, wenn Sie ihn
nachts um 2 Uhr zum Spielen aus dem Schlaf reißen?
Er wäre müde, würde wahrscheinlich weinen und wäre zumindest sehr
schlecht gelaunt. Er würde probieren, wieder ins Bett zu krabbeln und
weiter zu schlafen. Oder aber das genau Gegenteil.
Er wäre überdreht, hätte nur Unsinn im Kopf und seine fünf
Sinne nicht ganz beisammen.
Genauso geht es dem Hamster - nur, dass dieser bei schlechter
Laune eventuell aus Protest noch zubeißt. Wie soll er sich sonst wehren?
Anders sieht die ganze Sache aus, wenn bei allen Familienmitgliedern die
Hamsterliebe ausgebrochen ist. Mit einem großen, tollen Käfig in einer
ruhigen Ecke lässt sich eine kleine Gruppe oder auch ein Einzelhamster
wunderbar ins Alltagsleben integrieren. Auch für Kinder.
Sie können schauen was im Käfig los ist, sich mit den Bedürfnissen des
Nagers beschäftigen und bei der Pflege helfen, ihn im Freilauf beobachten,
oder gar das Gruppenverhalten kennen lernen... all das ist nicht für den
eigenen Nachwuchs interessant und lehrreich, sondern bestimmt
auch für den Freundeskreis Ihres Juniors.
Unabhängig von der Tierart denken sie als aufsichtspflichtiger
Elternteil bitte immer daran, dass Sie eigentlich für das Tier verantwortlich
sind und ihrem Kind unterstützend und lehrend zur Hand gehen müssen.
Auf Grund der Wendigkeit und Nagevorliebe müssen Hamster im
Freilauf gut kontrolliert werden, was für das jüngere kindliches
Denken noch nicht umzusetzen ist. Genauso müssen Sie eine tägliche Gesundheitskontrolle
durchführen.
Hamster(kauf)
Liebe Eltern, Großeltern und Verwandte, ziehen Sie bitte niemals alleine los,
um ihr Kind mit einem (zwei) Tier(en) zu überraschen!
Das funktioniert nicht. Stellen Sie sich vor ihr Mann / Frau kommt mit einer
Bluse oder einem Hemd für Sie nach Hause - das er / sie für Sie ausgesucht
hat.
Mag ja sein, dass es im ersten Moment schön und eine nette Geste ist,
solch ein Geschenk zu erhalten. Und etwas negatives zu sagen,
gehört sich dann auch nicht - aber: Wer trifft ihren Geschmack besser?
Sie oder ihr Partner? Anziehsachen können im Schrank verschwinden,
Tiere nicht!
Deshalb sollten Kinder sich ein Tier selber aussuchen, um wirklich ihr
Wunschtier zu bekommen, mit dem sie auch nach dem ersten Anflug von
Begeisterung noch glücklich sind. Genauso "cool" in Kinderaugen
ist ein fertig eingerichteter Käfig mit einem Gutschein für den bereits
festgemachten Züchterbesuch.... und zudem kommt noch die
Vorfreude darauf hinzu! Also doppelter Lohn.
Zahmheit, Schmusen und Selbstverteidigung
Ein Hamster ist wegen seiner geringen Größe und Zerbrechlichkeit kein
Streicheltier. Richtig zahm werden Hamster eigentlich nie.
Einige lassen sich ohne größere Gegenwehr auf die Hand nehmen,
doch die meisten Hamster mögen es nicht - allerdings haben sie nicht die Kraft,
ihrem "Halter" zu entkommen. Wer seinen Hamster bei
Gegenwehr nicht los lässt, der muss verständlicher Weise mit dem
Einsatz der einzigst wirksamen Waffe rechnen - den Zähnen.
Gefährdung des Hamsters im Spiel
Stellen Sie sich die kleinen Knochen vor und wie dünn sie sind.
Selbst ein Sturz aus einem Meter Höhe ist für einen Hamster wie ein
Sturz aus dem 2ten Stock für uns Menschen. Sie sind äußert wendig,
können sich sehr dünn machen, aus der (Kinder-)hand glitschen und - am allerschlimmsten
- einige Hamsterarten haben keinen Höhensinn.
Sie merken einfach nicht, ob es vom Schlafhaus 10cm nach unten geht,
oder von der Tischplatte fast einen Meter. Wenn man das
Bedürfnis hat wegzukommen, dann springt man halt!
Unten an kommt man immer. So primitiv denken Hamster zumindest.
Hier liegt es dann am Menschen, geeignete Schutzmaßnahmen zu treffen,
um solche Unfälle zu verhindern.
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