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Degus

Degus

Überblick über die Welt der Degus


Degus (lat. Octodon degus) gehören zu den Nagetieren. Laut Systematik gehören
Degus zur Gattung der Strauchratten und somit zur Familie der Trugratten.
Das rattenähnliche Aussehen erschreckt viele Menschen, obwohl beim genaueren Hinsehen viele Unterschiede auszumachen sind. Die Hinterbeine des Octodons
sind zum Beispiel deutlich länger als die Vorderbeine und werden für
kräftige Sprünge benutzt. Am hinteren Ende des Degu Schwanz gibt es eine kleine Haarquaste. Degus werden ca. 15 bis 20cm groß und haben eine zusätzliche Schwanzlänge von ca. 12cm.


Das Herkunftsgebiet eines wild lebenden Degus
ist Südamerika / Chile (in den chilenischen Anden). Sie leben in selbst angelegten unterirdischen Tunnelsystemen, die in geschützter Nähe von Sträuchern
(Deshalb auch Strauchratte) angelegt werden und die Nacht über als sichere Rückzugsmöglichkeit für die Degu Gruppe dienen. Der Degu Bau wird von einzelnen Gruppen bewohnt, die sich wiederum zu Familienverbänden von bis
zu 200 Tieren als Kolonie zusammen schließen.


Diese soziale Veranlagung muss unbedingt in der Heimhaltung
berücksichtigt werden - eine Einzelhaltung ist nicht artgerecht.
Eine Zusammenhaltung mit anderen Tierarten in der selben Voliere ist
nicht angebracht, da die Geselligkeit und Art der Degus einzigartig ist
und dies zu Problemen mit anderen Tierarten führt.
Das erreichbare Alter dieser Nager beträgt in guter, artgerechter
Heimhaltung durchschnittliche 4 bis 6 Jahre.


Degus sind überaus neugierig und munter, lassen sich allerdings nicht
gerne fest halten und wollen ihren eigenen Kopf durchsetzen.
Als Schmusetiere sind sie denkbar ungeeignet. Durch ihre hohe Agilität
sind Degus eher etwas für Menschen, die beim Beobachten genießen können.


Für jüngere oder tierunerfahrene Kinder ist ein Degu nicht die richtige
Wahl, da ihre Haltung sehr anspruchsvoll ist. Generell hat die Deguhaltung
gerade für Neuhalter einen hohen Schwierigkeitsgrad.


Degus sind wie bereits erwähnt Nagetiere, und das nicht nur nach der
biologischen Einordnung, sondern im wahrsten Sinne des Wortes.
Nicht umsonst sind sie als die "Ausbrecherkönige" unter den Nagern bekannt.
Von einem schlichten Zoohandlungskäfig lassen sie sich nicht lange aufhalten.
Zumal die im Geschäft angebotenen Käfige selten die vorgeschriebene
Mindestgröße und Höhe erreichen. Deshalb ist bei der Unterbringung
etwas Kreativität und heimwerkliches Geschick gefragt.
Mehr dazu aber unter dem Punkt Degu Käfige und Volieren.


Kinder und Degus


Die Lebendigkeit des Degus und die damit verbundenen Riskien sind maßgebliche Gründe, warum diese Tiere nicht für kleinere Kinder geeignet sind.
Handelt es sich um ein etwas älteres Kind, müssen Sie je nach
Einstellung des Kindes abwägen. Aber ehrlich gesagt spricht eine Menge
vernünftiger Gründe gegen die Deguhaltung im Kinderzimmer.
Alleine die Degu Voliere nimmt einen großen Teil des verfügbaren
Raums in Anspruch - kaum ein Teenagerzimmer kann sich diesen Luxus vom
Platzangebot her erlauben! Ein weiterer entscheidender Minuspunkt sind
die aktiven Phasen der Degus. Sie sind nicht durchgehend ein paar
Stunden aktiv, sondern wechseln Pausen- und Spielphasen miteinander ab.
Ein rappelndes Degu Laufrad zu ungünstigen Stunden kostet selbst
einem guten Schläfer die Nerven.


Anders sieht die ganze Sache aus, wenn bei allen Familienmitgliedern die
Liebe zu den Octodons ausgebrochen ist. Mit einem großen, tollen Degu Käfig
in einer ruhigen Ecke lässt sich eine mittelgroße Degu Gruppe wunderbar ins
Alltagsleben integrieren - fernab vom Kinderzimmer. Die Kinder in der
Familie können schauen was im Käfig los ist, sich mit den Bedürfnissen der Nager beschäftigen und bei der Degu Pflege helfen, sie im Freilauf beobachten,
und das Gruppenverhalten einer Degu Familie kennen lernen... all das ist
nicht für den eigenen Nachwuchs interessant und lehrreich, sondern
bestimmt auch für den Freundeskreis Ihres Juniors.


Unabhängig von der Tierart denken sie als aufsichtspflichtiger Elternteil
bitte immer daran, dass Sie eigentlich für das Tier verantwortlich sind
und ihrem Kind unterstützend und lehrend zur Hand gehen müssen.
Auf Grund der Wendigkeit und Nagevorliebe müssen Degus im Freilauf
besonders gut kontrolliert werden, was für das jüngere kindliches
Denken noch nicht umzusetzen ist. Genauso müssen Sie eine tägliche Gesundheitskontrolle und Käfiginspektion bei den Degus durchführen.


Noch ein ernstes Wort


Liebe Eltern, Großeltern und Verwandte:
Wenn der Wunsch eines Kindes im Vordergrund steht, dann sollten
Sie die Tiere mit Ihrem Nachwuchs zusammen aussuchen, niemals alleine!
Wenn Sie der Überzeugung sind, dass Ihr Kind die zukünftige
Pflege zu einem Großteil selber übernehmen wird, dann geben
Sie ihm die Möglichkeit selber zu wählen - nur so können Kinder ud
Teenager wirklich ihre Wunschtiere bekommen, mit denen sie auch
nach dem ersten Anflug von Begeisterung noch glücklich sind.
Genauso "cool" ist ein fertig eingerichteter Käfig mit einem
Gutschein für den bereits festgemachten Züchterbesuch.... und zudem
kommt noch die Vorfreude darauf hinzu! Also doppelter Lohn.
Aber hier noch einmal ein mahnender Hinweis:
Für Degus sollte Ihr Kind bereits ein verantwortungsvoller Teenager sein,
der sich die Voliere nicht ins selbe Zimmer stellen möchte.


Zahmheit, Schmusen


Eine Gruppe Degus wird Sie ganz schön auf Trab halten, gerade im
Freilauf. Die zu beachteten Umstände werden in einem separaten
Punkt erwähnt und sind über den Menüpunkt Freilauf nachzulesen.
Hier soll die Beziehung Mensch und Tier angesprochen werden.
Ein Degu wird durchaus zahm und zutraulich. Das merken Sie spätestens
dann, wenn ihr Degu ihnen etwas zu Essen vom Teller klaut.
Beim Fernsehen klettern Sie auf ihnen herum und selbst am PC wird
Ihnen das ein oder andere Mal ihr Degu über die Tastatur laufen.


Trotzdem sind diese Nagetiere keine Streicheltiere! Sie können sie natürlich mal streicheln oder ihnen hinter den Ohren kraulen - aber nur dann,
wenn der Degu von selber zu ihnen kommt.
Sie sollten ihn dabei nicht fest halten.


Degus beißen nur sehr selten, und das vor allem dann,
wenn sie keinen anderen Ausweg mehr sehen.
Deshalb sollten Sie ihre Nager niemals in eine Ecke drängen,
um sie zum Beispiel einzufangen. Jedes Tier hat das Recht, sich in
offensichtlichen Gefahrensituationen zur Wehr zu setzen.
Deshalb liegt es an uns Haltern, die entsprechende Geduld und
Fürsorge für unsere Degus aufzubringen, wenn ein
Degu sich in einer für ihn als akut empfundenen
Streßsituation befindet.

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